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 Opa Trautmann und der NWA-Treff

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Coolchen
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Schütze Anzahl der Beiträge : 63
Alter : 52

070212
BeitragOpa Trautmann und der NWA-Treff

Opa Trautmann aus Berlin hatte mir damals immer gesagt gehabt:
„Tommy immer mitmischen musste, immer mitmischen, kannste ja nischt falsch machen!“
und wenn ich mich so an Ihn zurückerinnere, sagte mir das ein kräftiger älterer Mann von knapp über 90 Jahren, der vor meinen Augen einfach den Film ablaufen ließ, seiner Umgebung mitteilen zu wollen: Was wollt Ihr Arschgesichter eigentlich von mir?
Ich bin über 90 Dinger alt, erste und zweite Weltkrieg erlebt, danach amerikanische Gefangenschaft „Scheiß Jenkins die“ und wenn ich Euch Pappnasen so betrachte, die das alles so noch nicht miterlebt haben, bis auf das Gedöns was hier in der Siedlung passiert, ja dann frage ich mich schon was aus Euch mal werden soll?!“

Nein Er machte das nicht aufdringlich, in dem Er an jeder Stelle am rumkommandieren war wenn Ihn irgendwas nicht gefiel, nein Er humpelte Dir als respektvoller Mann, wenn auch schon alt und verbraucht entgegen, fragte Dich was Du gerade machst und erfreute sich an den Dingen die um Ihn herum passierten.
Was ich früher Mofas frisiert hatte, geht einfach auf keine Kuhhaut mehr.
Kein Witz, so um die 130 Mofas, Mopeds und Motorräder hatte ich schon, dass aber auch nur, weil ich gerne im Gelände und das heute noch herumjucke.
Ist halt eine große Materialschlacht das alles und man muss auch viel schrauben.

Irgendwie gingen mir aber immer wieder die Nachbarn komplett auf den Sack!
Egal wo ich hinging um schrauben zu können, immer wurde ich vertrieben, oder es kam ein Brief bei den Eltern an, die dann der Affenbande mitteilten, dass auch Sie das Recht dazu haben, als Eigentümer Ihr Fahrrad vor der Tür zu reparieren und wenn Ihnen danach ist, eine Tischtennisplatte auf den Unsrigen Stellplatz zu stellen, um dort spielen zu können, obwohl das dann doch schon extreme Züge annahm, wo ich mir mit Herrn Kampa den Fahrradkeller teilte, damit Wir beide da unten Unsere Ruhe haben konnten und sein Teil immer mit Verkaufsfähigen Mopeds gefüllt und am Sonntag über die Morgenpost abverkauft wurde.
Mein Teil bestand aus ca. 3 qm Ersatzteile und vom Werkzeug her hatte ich bis zum Ambos soweit alles.
Nur gingen mir einfach die Nachbarn auf den Sack, weil wenn Dich da 3 Kumpels besuchen und was gegen Bezahlung geradegekloppt haben wollen und man durch ein nerviges Gespräch einfach in seinem Geschäft gestört wird, macht das einfach den Preis kaputt und versaut mir meine Aufträge!

Die Distanzierung folgte später damit, dass ich einen immer noch nicht anerkannten Beruf für mich fand, wo ich das Glück hatte, durch die Berliner Besatzung von einem französischen DJ Meister – in Frankreich ist DJ ein Beruf – ausgebildet worden zu sein und so nach 3 Jahren „DJing“ wie angeblich bestellt, eine Prüfung hereinschlitterte.
Da kam meine Mutter von der Arbeit, ein bisschen hier Trallala ein bisschen da Trallala, bis Sie dann auf einmal meinte: Ach Du, was ich mir heute noch so in der BZ angekreuzt habe.
Sie ist dann so.
Sie läuft dann gleich in Richtung Küche und kramt die Zeitung von heute aus der Einkaufstasche und erklärt den Tisch zu Ihrer Zeitungslandebahn, wo da einmal ausgebreitet, sich der Beitrag meist in der Mitte befindet und Frau Mama erst einmal von vorn beginnt.
Geht aber nicht schnell genug, um dann kurz vor der Mitte, die Zeitung umzudrehen und von hinten zu beginnen.
„Ach siehste hier“ sagt Sie dann immer und ließt mir im selben Moment:
Die und die da, suchen in einem Wettbewerb den besten DJ von Berlin.
Anmeldung bis morgen 17 Uhr und da könntest Du doch auch mitmachen!

Meine Mama eben.
Irgendwie weiß Sie nicht was überhaupt in der Szene abgeht, präsentiert mir aber eine Möglichkeit und denkt: Ja das wirst Du wohl schaffen, schließlich bist Du ja DJ und auch noch mein Junge und den kenne ich!

Ich sagte meiner Mutter: Du ich muss mir darüber auch erst einmal Gedanken machen, weißt Du das ist wirklich nicht einfach, aber Du, ich hatte auch nicht mit so etwas gerechnet, weil ich wollte heute noch bei meiner Mofa (ich bin in Berlin nur Mofa gefahren, weil es einfach schnell ging) den Düsensatz ausprobieren, dass Teil rotzt ein wenig bei 50 km/h und ich denke das ich da eine kleinere Düse verwenden müsste, damit das Teil endlich mal 65 km/h läuft. Ich kläre das bis morgen, mit dem Wettbewerb.

Ich ging einfach irgendwie raus und lief die Treppen herunter, schnappte mir mein Mofa und fing an die Düse zu wechseln, Testfahrten zu machen, bis ich endlich ein feines Lambdagemisch erreicht hatte.

„OK, also diese Düse war schon nicht schlecht, jetzt nur noch ein kleines bisschen kleiner und dann geht der Harry ab!“ dachte ich mir so bei der Anfahrt vor Unserer Haustür um mit anschließender Vollbremsung schleudernd, fast schon im Gebüsch landend, da irgendwie so reinzuschleudern, um da zu landen wo ich gerade schraubte.

Da kann sich einfach keiner beschweren, die Shows die ich für meine Nachbarn vor der Haustür produziert hatte, waren immer feinste Sahnestücken und die Teststrecke ideal in den Auslaufwegen, entweder Gebüsch oder schleudern auf dem Rasen, einfach ideal.

Ich kramte also die kleiner Düse heraus und das heißt auch wieder Standartarbeiten, Vergaser raus ext. Pp und irgendwie dachte ich die ganze Zeit über diesen scheiß Wettbewerb nach.
Da gab es schon heftige Viecher in der DJ Szene, einfach Leute die richtig gut sind und wer hat schon Bock sich lächerlich zu machen?

Irgendwie da in der Phase, da wo große Düse raus und kleinere rein, tippelt an mir Opa Trautmann vorbei: Ja Thomas Du am schrauben?
Was ist denn kaputt?

Ja eigentlich gar nichts Opa Trautmann, die soll nur schneller laufen, mehr nicht.

Ja lachte Er, ich kenne das mit der Schrauberei, früher noch, da wo ich im Krieg mit der BMW und dem Beiwagen durchs Feld gefahren war, mit dem wa auch flüssige Munition in diesem Beiwagen transportierten, damit die Jungs was zu feiern hatten.
Irgendwie und das ist ja auch so, wenn man gedanklich sehr beschäftigt ist, gab es da den einen Blitzgedanken, den ich mit dem ansehen von Opa Trautmann ja fast schon ausstrahlte, weil ich einfach mit Blick auf Ihn Jemanden sah, der so alt wie Er war und auch nicht mehr erahnen konnte, was da überhaupt bei solch einem Wettbewerb abgeht!
und genau in diesem Moment fragt mich doch Opa Trautmann.
Sag mal Jungchen mit Dir stimmt aber auch was nicht, erkläre mir das Mal.

Ich erklärte Ihn die Situation und das die Thematik als solches und was da abgeht, Er mir dort nicht helfen könne.
Irgendwie dauert das immer bis Er antwortet, Er macht das doch nicht bewusst oder?, aber es dauert eben.
Er sagte dann zu mir:
Thomas, dass was Du da als DJ machst, davon habe ich keine Ahnung, aber Du, ansonsten würdest Du als dieser nicht arbeiten, aber wenn es um so was geht, dann musst Du einfach mitmischen, ganz einfach mitmischen, kann jarnischt passieren!

Opa Trautmann hat für mich ein Rechtbehaltenfaktor von gut 25 Jahre bis jetzt und wenn man einmal darüber nachdenkt, dass ich bei dem Wettbewerb auf Platz 3 kam, dann ist das und war das schon immer der Beste Punkt wo man hin sollte, auch mit dem NWA-Treff, wo man sich keine Sorgen um Coolchen seinen Schlaf machen muss, da Er gerade im Marketingbereich gelandet ist und sich da einfach pudelwohl fühlt um das austoben zu können, was einfach lebenswert ist auch so was mal erlebt zu haben!
Das immer irgendwann einmal die Scheiße auseinander fliegt, weiß man doch, aber man genießt das mittendrin und nicht nur dabei und Wir befinden Uns im mittendrin, genau so, wie ich es liebe, weil man einfach mitmischt und so janischt passieren kann!!

LG Coolchen
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Opa Trautmann und der NWA-Treff :: Kommentare

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Re: Opa Trautmann und der NWA-Treff
Beitrag am Di 7 Feb - 20:52:21  Dihydrogenoxid
Ich habe verstanden, Coolchen. Smile

Das ist einer der Typen Mensch: glücklich kann sich derjenige schätzen, einen solchen Menschen kennengelernt zu haben, gelle?
 

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